Sandwüste begrünt sich selbst in kürzester Zeit

Wie kamen wir überhaupt auf die Idee nach neuen Lösungswegen für unser Wiesenproblem zu suchen? Durch den Corona-Lockdown hatten wir beschlossen endlich unseren Nutzgarten mit dem Gewächshaus anzulegen. Dafür mussten wir erst alte Rasenkantensteine aus dem Boden holen, danach komplett unebenen Boden begradigen und eine Standfläche für das Gewächshaus schaffen. Danach kam das Gewächshaus im Ganzen vom Nachbargrundstück per Trecker-Luftverkehr in den neu angelegten Nutzgarten.

Dann kam noch ein Zaun drum rum, damit unsere Tiere keine Chance haben in diesen Bereich zu kommen und alles kahl zu fressen. Nach dieser Aktion war dann aus der Gras-Unkraut-Fläche eine sandige Erdwüste geworden.

Damit die Pflege der Gemüse- und Obstbeeten später bequemer ist, entschieden wir uns halbe Hochbeete anzulegen. So konnten wir auch umgehen, dass wir die Pflanzen in den verdichteten, unbelüfteten harten Boden einpflanzen mussten und konnten in die Hochbeete Äste, frischen Mist, kompostierten Mist und etwas von der normale Erde aufschichten. Dadurch war dann in den Beeten lockere, nährstoffreiche Erde. Die Wege zwischen den Beeten waren eigentlich komplett verdichtet durch die Vorarbeiten und das ständige drüber laufen. Die Wege bestanden zu einhundert Prozent aus blankem Boden.

Und dann geschah etwas völlig Unerwartetes: Auf den Wege fing das Gras, neben ein paar Unkräutern, an zu wachsen. Dies tat es nicht nur minimal, wie auf den Wiesen, die direkt daneben liegen, sondern es wuchs schnell und kräftig grün und entwickelte einiges an Blattmasse. Da kam schnell die Frage auf, warum wächst ausgerechnet hier das Gras und nicht auf den Wiesen, wo wir genau dieses Wachstum gut gebrauchen können. Die Bodenart auf den angrenzenden Flächen ist schließlich identisch mit der im Nutzgarten.

Wir hatten kein Gras eingesät, und haben nichts unternommen, damit die Wege begrünt werden. Trotzdem waren sie nun grün und die Flächen mit blankem Boden verschwanden zusehend. Im Gegenteil zu den Wiesen, mussten wir hier das Gras mehrfach kürzen, damit wir überhaupt zu unseren Beeten ohne nasse Füße laufen konnten. Nach jedem Schnitt wuchs das Gras gefühlt noch besser und das Unkraut verschwand und wurde durch kräftiges Gras mit immer breiteren Grashalmen ersetzt.

Die Frage blieb, warum hatten wir genau hier das Graswachstum, was wir auf den Wiesen gernhätten? Ich fing an zu suchen und fand kurze Zeit später die Lösung. Mit dieser Lösung war es sofort offensichtlich, warum auf den Wegen das Gras so gut wuchs und auf den Wiesen nicht. Seitdem sind wir dabei, die neuen Erkenntnisse auf unsere Wiesen zu übertragen und wir sehen, nach nur einem Jahr schon einige Fortschritte. Vorher hatten wir schon viele verschiedene Dinge probiert, aber ohne wirklichen Erfolg. Inzwischen weiß ich, dass wir einiges schon richtig gemacht haben, aber leider im falschen Zusammenhang. Uns fehlten einfach noch einige Puzzleteile, um das ganze Bild erkennen zu können. Den Nutzgarten und auch dessen Wege, haben wir auch dieses Jahr genutzt, um einige Dinge im Kleinen auszuprobieren, bevor wir es auf die Wiesen, die beweidet werden, übertragen.

Nachtrag:

Fotos der Laufwege vom 22.11.2021. Auch wenn es inzwischen Winter ist und die anderen Fotos im Frühsommer, also in der besten Wachstumszeit, entstanden sind, sieht man, was die Natur mit ein bisschen Hilfe hier schon geschafft hat. Man sieht auch schön, wie die einzelnen Graspflanzen kräftig geworden sind und kleine Horste bilden.

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